Es war ein besonderes Jahr. Kein lautes, kein spektakuläres, aber eines, das viel sortiert hat. Du erfährst, welche Frage mich begleitet hat, was mir über mich klarer geworden ist und warum daraus etwas Neues entstehen durfte.
Viele Fragezeichen
2025 war ein besonderes Jahr für mich. Vieles lief wie gewohnt: Familienalltag, Coachings, Geburtstage, Treffen mit Freundinnen und Freunden. Helle Tage, graue Tage.
Und doch hat mir dieses Jahr gezeigt, wie schnell und tiefgreifend sich Dinge verändern können. Rückblickend ging es für mich vor allem um eine Frage: Wie gehe ich damit um, wenn ich für andere da sein möchte, ohne selbst auf der Strecke zu bleiben?
Vielleicht kennst du diese Frage auch. Sie wird noch dringlicher, wenn das Leben neben dem gewohnten Alltagstrubel eine Schippe drauflegt. Bei mir war diese Schippe eine Parkinson-Diagnose im engsten Familienkreis.
Zunächst habe ich gefasst reagiert und versucht, die Vorteile einer klaren Diagnose zu sehen: Sie ordnet vieles ein, macht Zusammenhänge erklärbar. Später hat sie mich Schlaf gekostet und meine Nächte mit wirren Träumen gefüllt. Und irgendwann stellte sich die Frage, die blieb: Wie will ich nun eigentlich damit umgehen?
Was mir Sicherheit gibt
Wenn ich unsicher bin, kompensiere ich das oft, indem ich viel lese und mir Wissen aneigne. Das gibt mir ein Gefühl von Kontrolle und Planbarkeit. Ich spreche auch viel über Themen, die mich beschäftigen, weil es mir hilft, meine Gedanken zu ordnen und neue Perspektiven zu bekommen.
Über Parkinson habe ich bis jetzt kein einziges Buch gelesen. Statt-dessen habe ich mir einige Dokus über das Leben mit dieser Krankheit angesehen und schnell verstanden: Es gibt keinen typischen Verlauf, jede/r Betroffene erlebt die Krankheit anders.
Auf den zweiten Blick hat sich mein Bedürfnis nach Kontrolle dann doch seinen Weg gesucht. Ich las zwar keine Artikel über Parkinson, wich stattdessen aber auf andere Themen aus: Podcasts über Longevity und erhöhtes Sportpensum. Du wirst vielleicht lachen, aber das war meine Art persönlicher Schnellpräventation.
Andere Wege
Inzwischen höre ich die Podcasts nicht mehr. Jedes Mal hinterließen sie ein unterschwelliges Gefühl von Druck, als müsste ich dringend etwas optimieren: meine Ernährung, mein Training, meinen Schlaf oder meine Erholung.
Was geblieben ist – und was ich vorher weniger bewusst gepflegt habe – ist etwas anderes: Ich greife häufiger zum Telefon. Schicke zwischendurch ein Foto, einfach so. Fahre öfter quer durch die Stadt für einen Kaffee oder einen kurzen Schnack.
Mit der Zeit wurde mir klar: Ich möchte die Beziehung vertiefen und besser verstehen, statt „nur“ zu helfen. Denn was bleibt, sind die Erinnerungen an gemeinsame Momente. An Augenblicke, in denen ich wirklich da bin und nicht schon in Gedanken die nächste Herausforderung löse.
Meine Arbeit hat sich verändert
Rückblickend waren es genau diese Erfahrungen, die mein drittes Jahr als Coachin geprägt und vertieft haben. Eine Erkenntnis hat sich dabei noch einmal intensiver gezeigt: Die Beziehung zu den Klientinnen ist das Fundament meiner Arbeit. Das wusste ich natürlich auch vorher – 2025 hat es mir jedoch auf eine neue Weise bestätigt. Immer wieder habe ich erlebt, dass nicht Methoden Veränderung tragen, sondern die Qualität des Kontakts: das Gefühl, gesehen und ernst genommen zu werden.
Gleichzeitig vertraue ich noch mehr meiner Intuition und dem jeweiligen Prozess. Ich sitze heute anders im Coaching als noch vor einem Jahr – ruhiger, zugewandter und weniger darauf bedacht, möglichst schnell bei der “Lösung” zu helfen. Und es überrascht und freut mich immer wieder, was sich da alles zeigt und entwickelt, wenn wir uns dafür die Zeit nehmen.
Was daraus entstanden ist
Kurz gesagt: Dieses Jahr hat mir einmal mehr gezeigt, wie wichtig mir vertrauensvolle Beziehungen sind – privat und beruflich. Es hat mir klar gemacht, dass ich mich auch in schwierigen Lebensphasen gut fühlen kann. Dass ich mir selbst näherkomme, wenn ich nicht nur funktioniere. Dass eine gute Verbindung zu mir auch meine Beziehungen stärkt.
Aus diesen Erfahrungen ist mein neues Programm Kompromisslos Fabelhaft entstanden. Mein Wunsch ist es, auch andere Frauen in anspruchsvollen Lebensphasen dabei zu begleiten, sich selbst wieder näherzukommen. Für alle, die sich weniger mit „Durchziehen“ beschäftigen wollen und mehr mit der Frage, wie sie ihr Leben und ihre Beziehungen bewusster gestalten können.
In diesem Sinne wünsche ich dir ein fabelhaftes Jahr 2026 – mit neuen Erfahrungen, die dich stärken und dir guttun.
Herzlichst, Grit
Foto: Sven Peter


